Italienischer Coach:Trapattoni will die Griechen trainieren

Georgia v Ireland - FIFA2010 World Cup Qualifier

Hat noch nicht fertig: Giovanni Trapattoni will Trainer der griechischen Nationalelf werden.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Giovanni Trapattoni bringt sich mit 75 Jahren als neuer Griechenland-Coach ins Gespräch. Bosnien-Herzegowinas Verband entlässt Nationaltrainer Susic. 1860-Präsident Gerhard Mayrhofer muss sich noch einmal von der Vereinsbasis bestätigen lassen.

Fußball, Giovanni Trapattoni: Italiens Trainer-Urgestein Giovanni Trapattoni (75) hat sich öffentlich um einen Job als Trainer der griechischen Fußball-Nationalmannschaft und die Nachfolge seines gefeuerten Landsmannes Claudio Ranieri beworben. "Ich verspüre noch das Feuer in mir und würde noch gern weiter trainieren. Es wäre eine Ehre für mich, die griechische Nationalelf zu trainieren, doch bis jetzt ist nichts entschieden worden", wird Trapattoni in italienischen Medien zitiert. Der einstige Cheftrainer von Bayern München und des VfB Stuttgart war schon Nationalcoach Italiens (2000 bis 2004) und Irland (2008 bis 2013). Zuletzt war Trapattoni in verschiedenen Ländern als Nationaltrainer gehandelt worden.

Fußball, TSV 1860: Nach einem Gerichtsstreit um die rechtmäßige Wahl von Gerhard Mayrhofer zum Präsidenten des TSV 1860 München muss sich der "Löwen"-Boss noch einmmal von der Vereinsbasis bestätigen lassen. Für den 2. Dezember hat der Fußball-Zweitligist eine außerordentliche Delegiertenversammlung einberufen, auf der sich Mayrhofer wie schon im Juli 2013 zur Wahl stellt. Hintergrund ist eine Entscheidung des Landgerichts München I. Es hatte einem Vereinsmitglied, das gegen die Wahl des 1860-Vorstands geklagt hatte, im Sommer recht gegeben. Die Richterin entschied damals, dass Mayrhofers Präsidentwahl durch die Mitglieder im vergangenen Jahr wegen eines Formfehlers ungültig sei. Überdies sei die damals verabschiedete neue Satzung insgesamt nicht ordnungsgemäß beschlossen worden. Die Funktionäre um Mayrhofer und Schatzmeister Heinz Schmidt blieben allerdings zunächst als "Notvorstand" vorerst im Amt und führten die Geschäfte weiter. Im Dezember soll auch nochmals über die neue Satzung abgestimmt werden.

Fußball, Bosnien-Herzegowina: Safet Susic ist nicht mehr Trainer der Fußball-Nationalmannschaft Bosnien-Herzegowinas. Wie der Verband am Montagabend nach einer Sitzung des Exekutivkomitees mitteilte, wurden der 59-Jährige und seine Assistenten von ihren Aufgaben entbunden. Einen Tag zuvor hatte das Team in Haifa gegen Israel mit 0:3 in der EM-Qualifikation verloren. In der Gruppe B sind die Bosnier nach vier Spielen noch ohne Sieg und rangieren mit zwei Punkten auf dem fünften und vorletzten Tabellenplatz. Die Chancen auf die EM-Endrunde 2016 in Frankreich sind minimal. Ein Nachfolger für Susic wurde noch nicht benannt. Susic war Ende 2009 für die bosnische Nationalmannschaft verantwortlich. Sein größter Erfolg war die erstmalige Qualifikation Bosniens zur WM in diesem Jahr in Brasilien. Dort schied die Mannschaft um den Ex-Wolfsburger Stürmerstar Edin Dzeko in der Vorrunde aus.

Brasilien, Nationalelf: Nach seiner Verbannung auf die Reservebank und der Entmachtung als Spielführer hat Brasiliens Ex-Kapitän Thiago Silva seinem Ärger vor dem Duell am Dienstag in Wien gegen Österreich Luft gemacht und kritische Worte an Nationaltrainer Dunga und Neymar gerichtet. "Zu sagen, dass ich glücklich bin, wäre eine Lüge. Es ist ein trauriger Moment, aber auch Teil des Fußballs", sagte der Innenverteidiger von Paris St. Germain. "Es ist so, als hätte man dir etwas genommen, was dir gehörte", betonte der 30-Jährige, der bis heute auf eine Erklärung von Dunga und dem Trainerstab für Zurückstufung wartet. Auch von Neymar, der die Kapitänsbinde nach der WM übernommen hat, zeigte sich der Vertrauensmann von Dungas Vorgänger Luiz Felipe Scolari enttäuscht. "Er ist noch nicht auf mich zugekommen, um mit mir darüber zu sprechen", reklamierte Silva. Im Team hat der WM-Kapitän, der bei den ersten Länderspielen unter Dunga verletzungsbedingt fehlte, seinen Stammplatz an Miranda verloren. Seinen Frust würde er nur mit wenigen Seleção-Kollegen teilen. "Aber deren Namen nenne ich nicht, damit es für sie keine negativen Konsequenzen hat", äußerte der WM-Star. Für Dunga, der sportlich mit fünf Siegen in fünf Spielen erfolgreich seine zweite Amtszeit auf dem Seleção-Trainerstuhl begonnen hat, ist es bereits der zweite interne Problemfall. Im September schickte der Weltmeister-Kapitän von 1994 Maicon auf der USA-Reise vorzeitig nach Hause, nachdem der Rechtsverteidiger von Italiens Topklub AS Rom zu spät nach einem freien Tag zur Mannschaft zurückgekehrt war.

Formel 1: Der Japaner Kamui Kobayashi wird beim WM-Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi (23. November) in einem der beiden Boliden des finanziell schwer angeschlagenen Caterham-Rennstalls sitzen. Dies bestätigte der 28 Jahre alte Vertragsfahrer. Wer nach dem Abgang des Schweden Marcus Ericsson, der den Rennstall in der Vorwoche vorzeitig verlassen hatte und nächste Saison für Sauber fährt, im zweiten Caterham-Cockpit sitzt, soll im Laufe der Woche bekannt gegeben werden. "Ich bin froh, in Abu Dhabi mit dem Team das Rennen zu fahren. In den vergangenen Wochen war es nicht einfach. Es wird schön, wieder mit der Mannschaft zusammenzuarbeiten", sagte Kobayashi. Caterham hatte bei den beiden vergangenen Rennen in den USA und Brasilien ebenso wie der inzwischen insolvente Rennstall Marussia gefehlt. Caterham hatte in einer bisher einmaligen Spendenaktion die nötigen Mittel für eine Rückkehr in die Königsklasse akquiriert. Die Formel 1 steckt in einer veritablen Finanzkrise. Viele Rennställe können sich die ausufernden Kosten in der Königsklasse nicht mehr leisten und sind von einer Pleite bedroht. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte den Spendenaufruf von Caterham als "Katastrophe" bezeichnet.

Eishockey, NHL: Tobias Rieder hat das Kellerduell der deutschen Nachwuchsstars in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL gegen Leon Draisaitl für sich entschieden. Rieders Arizona Coyotes setzten sich bei Draisaitls Edmonton Oilers mit 2:1 durch. Rieder erhielt 17:41 Minuten Eiszeit, Draisaitl war 8:53 Minuten im Einsatz. Für die Gastgeber, für die Taylor Hall das einzige Tor erzielte, war es bereits die zwölfte Saisonniederlage. Die Oilers sind damit Schlusslicht in der Western Conference. Brandon Gormley und Mikkel Boedker trafen für die Gäste, die den dritten Erfolg in Serie feierten und Elfte im Westen sind.

Tennis, DTB: Ulrich Klaus ist erwartungsgemäß zum neuen Präsidenten des Deutschen Tennis Bundes (DTB) gewählt worden. Der 64-Jährige aus Rheinland-Pfalz tritt die Nachfolge des Investmentbankers Karl Altenburg an, der nach drei Jahren aus dem Amt scheidet. Klaus war der einzige Kandidat bei der 66. Mitgliederversammlung in Berlin, nachdem sich der frühere Wimbledonsieger Michael Stich am Donnerstag gegen eine Kandidatur entschieden hatte. Klaus bekam beim Verbandstag im Steigenberger Hotel am Kanzleramt 118 der 132 Stimmen (8 Enthaltungen, 6 Nein-Stimmen). Der ehemalige Gymnasiallehrer, der zuletzt elf Jahre lang den Landesverband Rheinland-Pfalz geführt hatte, ist der 17. DTB-Präsident. Der DTB ist mit über einer Million Mitglieder der größte Tennisverband der Welt. "Ich weiß, dass dieses Amt auch eine große Bürde sein kann", sagte Klaus bei seiner Antrittsrede: "Die Erwartungen zu erfüllen, wird nicht einfach." In seinen Jahren im Bundesauschuss habe er "den Traum von Einigkeit geträumt und nicht den Albtraum von Egoismen". Klaus kündigte an, "miteinander, nicht übereinander" reden zu wollen.

Basketball, BBL: Der deutsche Meister Bayern München hat seine Negativserie beendet und den ersten Sieg seit Anfang November gelandet. Am souveränen Tabellenführer Alba Berlin führte auch am 9. Spieltag in der Basketball-Bundesliga aber weiter kein Weg vorbei. Bayern-Trainer Svetislav Pesic sah nach drei Niederlagen in Folge ein 80:65 (40:27) im Verfolgerduell gegen die EWE Baskets Oldenburg. Pokalsieger Alba erkämpfte sich bei Phoenix Hagen mit 98:90 (50:46) den achten Liga-Sieg in Folge und thront bei einem Spiel weniger mit 16:0 Punkten an der Spitze vor den Bayern (14:4). Punktgleich dahinter liegen die Brose Baskets Bamberg, die den Frankfurt Skyliners beim 81:62 (33:31) keine Chance ließen. Die Artland Dragons verpassten beim 71:72 (29:28) gegen die MHP Riesen Ludwigsburg den dritten Liga-Sieg in Folge und sind mit 12:6 Punkten Sechster hinter Oldenburg und dem Mitteldeutschen BC (beide 12:4). Bei den Bayern, die erneut nicht überzeugen konnten und die zuletzt am 2. November gegen Tübingen gewonnen hatten, kam Topscorer John Bryant auf 25 Punkte, Nihad Djedovic steuerte 20 Zähler bei. Alba feierte zwar den fünften Sieg in Serie, hatte in Hagen aber viel Mühe und gewann dank eines Endspurts in den Schlussminuten und 33 Punkten von Topscorer Jamel McLean. Aufsteiger BG Göttingen bestätigte beim 81:79 (31:46) bei den BB Löwen Braunschweig seine aufsteigende Form und feierte den zweiten Sieg in Folge.

Handball, HBL: Die Füchse Berlin haben in der Handball-Bundesliga einen Dämpfer kassiert. Beim HSV Hamburg unterlag der Pokalsieger am Sonntag 25:33 (12:16). Für den Club aus der Hauptstadt war Fredrik Petersen siebenmal erfolgreich. Bester HSV-Werfer war vor 7450 Zuschauern Hans Lindberg (11/5). In der Tabelle verdrängten die Norddeutschen mit jetzt 16:12 Zählern die punktgleichen Füchse vom fünften Rang. Die Hamburger hatten ein klares Plus auf der Torhüterposition. Johannes Bitter war ein starker Rückhalt in der HSV-Defensive. Beim Berliner Nationalkeeper Silvio Heinevetter dagegen stimmte die Abstimmung mit seinen Vorderleuten nicht. Und auch im Vergleich mit dem zweiten Füchse-Schlussmann Petr Stochl hatte Bitter klar die besseren Karten. In der Offensive war das Spiel beider Mannschaften von zahlreichen leichten Fehlern geprägt. Die Gastgeber ließen sich von diesem Manko aber weniger beeindrucken. Als der dänische Rechtsaußen Lindberg gut sechs Minuten vor dem Abpfiff seinen vierten Strafwurf zum 30:22 im Berliner Tor unterbrachte, war die Entscheidung gefallen.

Eishockey, DEL: Die Eisbären Berlin haben in der Deutschen Eishockey Liga ihren zweiten Sieg in Folge gefeiert. Im Heimspiel gegen den EHC Wolfsburg setzte sich der Hauptstadtclub nach einer kämpferisch starken Leistung knapp mit 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) durch. Es dauerte nur 25 Sekunden, bis die 12 960 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof das erste und einzige Tor bejubeln konnten. Antti Miettinen sorgte mit einem Alleingang für die Berliner Führung - und die Entscheidung. So gelang den Eisbären nach einer Negativserie vor der Länderspielpause ein erfolgreiches Wochenende. Zwei Tage nach dem 4:3 nach Penaltyschießen im Hamburg wurde den Besuchern trotz der mageren Torausbeute einiges geboten. Erst erhielt Berlins Verteidiger Frank Hördler eine Spieldauerdisziplinarstrafe (20.). Darüber echauffierte sich Eisbären-Trainer Jeff Tomlinson dermaßen, dass er mit einer Zwei-Minuten-Strafe belegt wurde. Die Unparteiischen Alfred Hascher und Roland Aumüller schickten zudem im zweiten Drittel den Wolfsburger Tyson Mulock (34.) ebenfalls nach einem eher harmlos anmutenden Foul vorzeitig zum Duschen. Weil die Gäste dafür nur wenig Verständnis zeigten, gab es ebenfalls zwei Minuten wegen Reklamierens. Zu diesem Zeitpunkt spielten die Eisbären bereits in den ungewohnten weißen Auswärtstrikots, da das Heim-Rot nach Ansicht der Schiedsrichter nicht von den orangefarbenen Jerseys der Gäste aus Niedersachsen zu unterscheiden war.

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