Fahrradtrends:Das trendigste Fahrradzubehör der Saison

Ein Handgriff, und das Salamander Bicycle wird zum Buggy. Das Bamboo Bike kann man selbst zusammenbauen. Hide-A-Ride schafft eine Fahrrad-Garage an der Zimmerdecke.

Von Felix Reek

Wike Salamander Cycle

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(Foto: Hersteller)

Wer ganz auf das Auto verzichten will, hat ein Problem: Wie transportiere ich den Wochenendeinkauf - und wie die Kinder? Für die meisten bedeutet das, entweder einen Anhänger oder ein Lastenrad zu kaufen. Das Salamander Cycle verbindet diese Elemente - und ist auch noch ein Kinderwagen.

Wike Salamander Cycle

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(Foto: Hersteller)

Mit wenigen Handgriffen lässt sich das Rad verwandeln, je nach Bedürfnis seines Nutzers. Kind vorne reinsetzen, ab zum Supermarkt, Rad zusammenklappen und einkaufen gehen. Dem Hersteller zufolge funktioniert das, ohne dass der Nachwuchs aussteigen muss. Das Salamander Cycle kann bis zu 45 Kilogramm transportieren und ist kompakt genug, dass es durch alle gängigen Türen passt. Fünf Jahre arbeitete das Team von Wike daran. Die Crowdfunding-Kampagne scheiterte zwar vor einigen Tagen, doch die unterschiedlichen Modelle der Lastenräder lassen sich trotzdem auf der Homepage des Unternehmens bestellen. Preis: zwischen 1500 und 3400 kanadische Dollar (etwa 1000 und 2300 Euro).

Faltrad Fubi

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(Foto: Hersteller)

Wer das Fahrrad in öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren will, scheitert oft an dessen Sperrigkeit. Abhilfe schaffen Falträder. Sonderlich bequem zu fahren sind die aber meist nicht. Das liegt vor allem an den kleinen Rädern. Eine finnische Firma hat jetzt ein Faltrad entwickelt, das genauso groß ist wie ein normales Bike, sich aber zusammenklappen lässt.

Faltrad Fubi

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(Foto: Hersteller)

Das Fubi geht auf Firmenchef Ulf Laxström zurück, der seit 20 Jahren Fahrräder baut. Besonderes Augenmerk legte Laxström darauf, dass sich das Rad trotz Rahmengrößen von wahlweise 25 oder 27 Zoll sehr kompakt zusammenfalten lässt. Firmenangaben zufolge entsteht ein 85x30x20 Zentimeter großes Paket, sobald das Fubi transportiert oder verstaut werden soll. Von Oktober an sollen die ersten Exemplare, die den Preis eines "normalen Rades" haben sollen, ausgeliefert werden.

Bamboo Bike DIV Kit

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(Foto: Hersteller)

Sein erstes Rad baute Craig Calfee 1987 in Kalifornien. Schnell wurde aus dieser Leidenschaft ein Beruf. Anfang der Neunziger entwarf er für Tour-de-France-Sieger Greg LeMond einen Carbonrahmen. Die Idee, Bambus als Material für seine Fahrräder zu verwenden, kam ihm 1995. Da baute er ein Exemplar für eine Fachmesse. Das erregte so viel Aufmerksamkeit, dass er das Projekt weiterführte. Der Unterschied zu diversen anderen Rädern aus dem widerstandsfähigen Material ist allerdings, dass Calfee Sets zum Selberbauen verkauft. Er bietet für 200 bis 800 Dollar (180 bis 720 Euro) jeden üblichen Rahmen an: City Bike, Mountainbike, BMX und andere. Verbunden werden die Hölzer durch ein besonderes Fiberglas-Klebeband. Dadurch soll das Rad so stabil sein, wie mit einem normalen Rahmen. Vorausgesetzt, die Anleitung wird richtig befolgt. Offenbar gab es da in der Vergangenheit ein paar Probleme. Auf seiner Seite bei dem Crowdfunding-Portal Kickstarter steht: "Es wird immer ein stures Kind geben, dass ein Rad nicht mit genug Vorsicht zusammenbaut und begreift, was für eine Aufgabe dort vor ihm liegt. Wenn das auf dich zutrifft, frag' einen Freund, der sich mehr mit solchen Dingen auskennt."

Hide-A-Ride

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(Foto: Hersteller)

Immer mehr Menschen steigen in ihrem Alltag aufs Rad um. Aber wohin damit, wenn man keine Garage hat? Und nicht in Berlin-Friedrichshain wohnt, wo das schlammverschmierte Bike auf dem Fischgrätparkett parken darf? Für dieses Problem haben die Amerikaner von Hide-A-Ride das passende Konzept entwickelt. Ihr Fahrradständer klemmt das Rad unter die Decke. Die Konstruktion wird an der Decke verschraubt und kann bis zu 23 Kilogramm tragen. Ein Stoßdämpfer verhindert, dass das Rad beim Herablassen zu schnell runterkommt. Einziges Manko: Zur Befestigung benötigt "Hide-A-Ride" eine horizontale Querstange. Für Damenräder ist das System deshalb nicht geeignet. Und auch nicht für Radfahrer mit kleinem Geldbeutel: Der Deckenständer kostet umgerechnet 220 Euro.

Rubbee Drive

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(Foto: PR)

Schon seit mehreren Radsaisons ist immer wieder zu lesen: Ohne Elektromotor geht es kaum noch. Billig ist das allerdings nicht. Für ein E-Bike sind schnell mehrere Tausend Euro fällig. Abhilfe soll der Rubbee Drive, ein elektrischer Motor zum Nachrüsten, schaffen. Er wird über dem Hinterreifen montiert und treibt so über eine Walze das Rad an.

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(Foto: PR)

Finanziert wurde die Idee, die der französische Hersteller Solex schon vor vierzig Jahren bei seinem Mofa Vélosolex einsetzte, mit einer Kickstarter-Kampagne. Mit einem Schnellverschluss lässt sich Rubbee Drive an an der Sattelstange montieren und ist so für die meisten Räder kompatibel. Bei 250 Watt Leistung sollen bis zu 25 km/h möglich sein, allerdings nur für eine Distanz von maximal 40 Kilometern. Unterstützend in die Pedale treten muss man nicht, der Akku lädt sich innerhalb von vier Stunden auf. Billig ist aber auch der Rubbee Drive nicht. 890 Euro werden für den Austauschmotor fällig.

Zackees Turn Signal Gloves

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(Foto: Zackees)

Wahrlich naheliegend ist diese Erfindung - und man fragt sich unweigerlich, warum sie nicht jeder nutzt. Die Turn Signal Gloves wurden von einem ehemaligen Google-Ingenieur entwickelt und zeigen den Fahrtrichtungswechsel eines Radfahrers an. Große LEDs in Pfeilform sollen die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit erhöhen. Ein Kontakt zwischen Daumen und Zeigefinger löst die ab 54 Euro erhältlichen Handschuhe aus. Das funktioniert natürlich nicht nur in Fahrtrichtung, sondern auch nach hinten. Einfach den Arm ausstrecken und den Kontakt der LEDs aktivieren. Bei täglicher Nutzung sollen die Batterien zwei Monate halten.

Topeak Bikamper

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(Foto: PR)

Wer mit dem Rad auf längeren Touren unterwegs ist, hat ein Problem: Jedes Gepäckstück muss durchdacht sein, sonst hat man schnell ein paar Kilos zu viel dabei. Wer übernachten will, muss deswegen oft in Hotels einkehren. Hier setzt das Bikamper an: Das Einmannzelt nutzt das Fahrrad als zentrales Konstruktionselement. Dadurch ist es gerade einmal 1,5 Kilogramm schwer und lässt sich auf 14 mal 26 Zentimeter zusammenfalten. Der Preis: 260 Euro. Wer jetzt direkt die gebuchte Unterkunft storniert, sollte allerdings geübt sein beim Radwechseln.

Siva Cycle Atom

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(Foto: PR)

Das Prinzip des Dynamos ist lange bekannt: Die Bewegung des Fahrradreifens erzeugt Strom und gibt sie an Vorder- und Rücklicht weiter. Das Start-up Siva Cycles nutzt dieses Konzept jetzt, um Strom fürs Smartphone zu erzeugen. Denn das ist bekanntlich sowieso immer leer. Ein Speichendynamo am Hinterrad produziert bis zu 4,5 Watt Strom, natürlich abhängig von der Geschwindigkeit, mit der man fährt. Bei 16 km/h sind es etwa drei Watt, die Höchstleistung erreicht man ab 24 km/h. Der Dynamo gibt den Strom weiter an den Akku, der etwa halb so groß ist wie ein iPhone. An diesen schließt man per USB das Smartphone an - und lädt es so während der Fahrt. Für den Atom verlangt das Start-up Siva etwa 120 Euro.

Portim Turbospoke

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(Foto: Portim)

Natürlich klingt die Idee im ersten Moment schwachsinnig: ein Auspuff für Fahrräder. Schließlich liebt man dieses Fortbewegungsmittel doch gerade für sein fast lautloses und emissionsfreies Dahingleiten. Aber denken Sie mal an Ihren inneren Zwölfjährigen: Ein Auspuff! Am Fahrrad! Der auch noch Motorengeräusche macht! Das ist doch der Wahnsinn!

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(Foto: Portim)

Falls nun Ihr Ökogewissen Alarm schlägt: Der Turbospoke verbraucht kein Benzin und auch keine Batterien. Er wird mit reiner Muskelkraft angetrieben. Der Klang entsteht nur durch eine Plastikkarte, die auf die Speichen trifft. Die Vibration wird auf die Halterung übertragen und erzeugt so den Motorenklang. Der Auspuff verstärkt den Sound noch einmal. Als Klangprofile stehen Formel 1, Nascar und Motocross zur Verfügung. Für gerade einmal 20 Euro.

Hypervital Relax IQ

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(Foto: Hypervital)

Nein, das ist kein portabler Grill, sondern ein Fahrradsitz. Die seltsame Form verdankt der Relax IQ der Bionik. Er ist der menschlichen Wirbelsäule und dem Körperbau des Rochens nachempfunden und soll sich so exakt den Bewegungen eines Radfahrers anpassen, um ihn zu entlasten.

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(Foto: Hypervital)

Der Hersteller verspricht für happige 320 Euro "absoluten Komfort" und eine außerordentliche Dämpfung auf jedem Terrain. Gewöhnungsbedürftig ist der Relax IQ auf jeden Fall. Stiftung Warentest erklärte ihn beispielsweise in einem Test für "nicht empfehlenswert", denn "kein Proband hat damit die Testdistanz durchgehalten".

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