O2 wächst:Die 10-Millionen-Kunden-Schwelle ist überschritten

Trotz guter Erfahrungen mit seinem Homezone-Angebot O2 Genion und der Kooperation mit Tchibo wächst der Mobilfunkanbieter aber langsamer als Konkurrent E-Plus.

Am 31. März, dem Ende des ersten Quartals 2006, wurden 10,1 Millionen Kunden gezählt, teilte der viertgrößte deutsche Mobilfunkanbieter mit. Laut O2 entspricht das einem Zuwachs um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wurde damit der Marktanteil im Jahresvergleich um 1,5 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent angehoben. Weniger gut schneidet O2 ab, was die Kundenzuwächse im ersten Quartal 2006 angeht. Hier konnte das Münchner Unternehmen 330.000 Nutzer hinzugewinnen. Konkurrent E-Plus, der auch die Billigmarke Simyo betreibt, hatte die Zahl der Kunden aber um knapp 700.000 auf 11,4 Millionen ausbauen können.

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Maßgeblich zur Steigerung der Kundenzahl im Berichtsquartal habe der Erfolg von O2 Genion beigetragen, berichtet die Telefónica-Tochter. Im abgelaufenen Quartal entschieden sich Unternehmensangaben zufolge etwa zwei Drittel der 142.000 Neukunden mit Postpaid-Vertrag für den Tarif mit der Homezone. Insgesamt zählte O2 Ende März 3,7 Millionen Genion-Kunden, ein Zuwachs von etwa 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über das Joint Venture mit Tchibo erreichte O2 zum Quartalsende 660.000 Kunden, ein Jahr zuvor waren es noch 250.000. "Tchibo Mobile ist ein echtes Zusatzgeschäft", erklärte Rudolf Gröger, CEO von O2 Germany: "Wir gewinnen damit Kunden, die wir mit der Marke O2 nicht erreichen."

Auch mobile Datenangebote wie SMS, MMS, mobiles Internet oder das O2 Active Portal werden laut Gröger immer beliebter. So stieg der Datenanteil am Serviceumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um vier Prozent auf 24,5 Prozent. Der Anteil der Kunden, die über SMS hinausgehende Datendienste nutzen, liegt mit rund 2,5 Millionen bei etwa 24 Prozent. Die Zahl der Nutzer ist um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Auch was den Versand von Kurzmitteilungen angeht, kommen O2 keine Klagen. Im 1. Quartal verschickten die Kunden 742 Millionen SMS, das ist eine Steigerung um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde (Arpu) beträgt 320 Euro pro Jahr, was laut O2 den höchsten Wert unter den Mobilfunkunternehmen in Deutschland darstellt. Insgesamt sei die Entwicklung des Arpu jedoch wie im gesamten Mobilfunkmarkt rückläufig.

Als Hauptgrund dafür nannten die Münchner die zweistufige Senkung der Terminierungsentgelte im Dezember 2004 und 2005 um jeweils rund 17 Prozent. Zum anderen spiele die steigende Anzahl an Prepaid-Kunden eine Rolle. Diese seien jedoch in der Gesamtbilanz sehr profitabel, da die Akquisekosten deutlich geringer als die von Postpaid-Kunden sind. Insgesamt konnte O2 aufgrund des hohen Kundenwachstums den Serviceumsatz, der sich aus dem Arpu und der Kundenzahl ergibt, gegenüber dem Vorjahr um 12,5 Prozent steigern. Details dazu wurden jedoch nicht genannt.

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